In diesen schweren Zeiten wurde die Palzinger Wehr von zwei Kommandanten geführt.
Der erste war Mathias Neumair, er wird bereits 1929 in den Gemeindeakten erwähnt.
Später war er auch während des 2. Weltkrieges Kommandant der FFW Palzing.
Zu seinen Zeiten liefen die Feuerwehrübungen mit sehr viel Disziplin und
Ordnung, ja fast mit militärischen Drill, ab. Dazwischen, in den Jahren
1930-1932, wird Jakob Summerer als 1. Kommandant erwähnt. Die Palzinger
Wehrführer nahmen teil an den Bezirksfeuerwehrversammlungen in Kranzberg
(1930), in Moosburg (1932), in Attenkirchen (1934), in Thalhausen (1934), in
Marzling (1935) und an diversen Kommandantenappellen in Nandlstadt (1935), in
Freising (1937, 1940, 1941, 1943) und in Hohenkammer (1937).
Im Jahr 1926 wurden 37,52 RM als Reisekosten des Bezirksfeuerwehrvertreters
nach Ulm verbucht. Vermutlich vertrat der Palzinger Kommandant den Bezirk Freising
bei einer Veranstaltung. Auf eine Teilnahme am Bezirksführerlehrgang in
Weihenstephan wird bereits 1937 hingewiesen.
Obwohl in den Kassenbüchern der Gemeinde Palzing immer wieder vom Reinigen
der Löschgeräte die Rede ist, kann in diesem Zeitabschnitt nur Josef
Hoisl im Jahr 1931 als Zeugwart festgestellt werden. Er erhielt 10 RM für
seine Tätigkeit.
Wie während des 1. Weltkrieges bestand die Löschmannschaft der FFw
Palzing auch während des 2. Weltkrieges zum Teil aus Frauen und Jugendliche.
Wie Georg Sperrer berichtete, handelte es sich um
- Ball, Leni
- Riesch, Leni
- Scheidt, Anna
- Scheidt, Sebastian
- Hoisl, Xaver
- Sperrer, Georg
sowie andere Jugendliche.
1926, also 53 Jahre nach ihrer Gründung, erhielt die Freiwillige Feuerwehr Palzing eine neue Löschmaschine. Diese erwarb die Gemeinde bei der Firma Magirus in München. Der Kaufpreis von 2121,40 RM wurde in 3 Raten bezahlt (1400 RM, 121,40 RM und 600 RM). Hierfür erhielt die Gemeinde einen Zuschuß vom Bezirk Freising in Höhe von 450 RM. Bei dieser neuen Löschmaschine handelte es sich um eine Handdruckspritze. Obwohl um diese Zeit in der Umgebung in Wippenhausen und Zolling bereits erste Motorspritzen angeschafft wurden, entschied sich die Gemeinde für die günstigere Lösung. Der Preis von ca. 4000 RM (incl. Zubehör) hätte den Haushalt der Gemeinde bei ca. 6000 RM Einnahmen schon gehörig durcheinander gebracht. Diese Handdruckspritze, die den älteren Palzingern noch im Gedächtnis ist, war auf einem hölzernen Fahrgestell mit vier eisenbereiften Rädern aufgebaut. In der Mitte saß der Kessel jener Saug- und Druckpumpe, die hinten und vorne von mindestens drei Mann bedient werden mußte. Der Fahrer saß auf einem erhöhten Sitz, links und rechts von ihm blitzten zwei Lampen aus Messing und eine Glocke, die bei den Einsatzfahrten betätigt wurde. Am Heck des Spritzenwagens waren ein Werkzeugkasten und ein Trittbrett angebracht. Dieses diente als Mitfahrgelegenheit der Feuerwehrmänner zum Einsatzort. Seitlich waren die Halterungen für die Schläuche befestigt. Außerdem wird der Kauf eines Feuerwehrzeichens erwähnt, das möglicherweise am Spritzenwagen montiert war.
Die nächsten Investitionen wurden erst wieder 1929 getätigt. Zunächst erwarb man bei Anton Mühlings Nachf. Joseph Gay, Hanf und Drahtseilerei (Öle, Fette, Futtermittel- und Samenhandlung, en gros-en detail) in Freising, 4 x 20 m = 80 m Hanfschlauch und 4 Paar Verschraubungen für insgesamt 224 RM. Weiterhin ließ man von Franz Korineck, Kürschnermeister in Freising, 12 Feuerwehrmützen für 42,00 RM anfertigen. Gegen Ende des Jahres leistete man sich sogar noch eine Feuerspritzenschutzdecke. 15 RM für 20 kg Hopfentuch und 5 RM Arbeitslohn berechnete die Fa. Hasler u. Thalhammer, Sackgroßhandlung (Spezialität: Gebrauchte Säcke / Sackflickerei ) in München für diese Schutzdecke. Zu diesen Aufwendungen erhielt die Gemeinde aus der Bezirkskasse einen Zuschuß von 100 RM.
Des weiteren folgten bis Ende des 2. Weltkrieges nur noch kleinere Ergänzungen
der Ausrüstung und der Uniformierung. Dabei handelte es sich um eine „Signalhuppenschnur“
von G. Bigerl, in Freising (1930), um Feuerwehrfackeln von Josef Grätz
(1933), einen Verbandkasten von der Marienapotheke in Freising (1935), für
Feuerwehrgurten von Johann Dichtl, Sattlermeister in Haindlfing (1935), um acht
Stück gebrauchte Messinghelme (1936), um Uniformteile für die Feuerwehrleute
an G. Bigerl in Freising (1941) und diverse Kleinbeträge an G. Bigerl und
an Josef Grimm in Freising für Feuerwehrartikel. Zu den Helmen ist anzumerken,
daß sie während des letzten Krieges schwarz lackiert waren. Im Haushaltsplan
1943 wurden 2500 RM für Beschaffung einer Motorspritze angesetzt. Es wurde
aber kein Kauf getätigt, da in den folgenden Jahresrechnungen davon nichts
zu ersehen ist.
Die Feuerwehrübungen jener Zeit wurden aufgegliedert in Frühjahrs-
und Herbstübungen, deren Termine bereits am Jahresanfang dem Bezirksamt
ge-meldet werden mußten. Solche Übungen traten erstmals 1927 auf
und fanden immer am Sonntag nachmittag von 13.00 bis 15.00 Uhr statt. Die Früh-jahrsübungen
wurden meistens im März und April und die Herbstübungen im September
und Oktober durchgeführt. An dieser Regelung hielt man bis 1933 fest. Ab
1934 wurden dann im Frühjahr und im Herbst jeweils drei Übungen abgehalten.
1935 traf man sich zu den Übungen am Sonntag vormittag von 9.30 bis 11.30.
Während dieser Periode wurden immer wieder Beiträge an den Kreisfeuerwehrverband
entrichtet. Ebenso zahlte man schon 1936 einen Beitrag von 12 RM an das Feuerwehrerholungsheim.
Für langjährige pflichteifrige Feuerwehrdienstleistungen verlieh man
1926 mehreren Palzinger Feuerwehrleuten ein sogenanntes
Ehrendiplom.
1930 entrichtete die Gemeinde 2 RM an G. Bigerl in Freising für 10 Sterne
zur Feuerwehr über deren Bedeutung bisher nichts bekannt ist.
Für Fahrten der Löschmaschine, zu den auswärtigen Bränden
in den umliegenden Ortschaften gingen jeweils 10 RM an Riesch (1931-1932).
In diesem gesamten Zeitabschnitt hielt man in der Gemeinde Palzing eine Feuerbeschau
ab, um die Brandgefahr so gering wie möglich zu halten.
Im April 1932 begann man mit dem Abbruch des alten Feuerwehrhauses gegenüber
dem Palzinger Wirt. Offensichtlich wurde dieses bereits 1926 zu klein für
die neue Spritze. Darum verlegte man die Utensilien der Feuerwehr ins gemeindeeigene
Hüthaus im Unterdorf. Das alte Hüthaus wurde 1908 abgebrochen und
an derselben Stelle neu erbaut. Da nach 1924 nicht mehr „gehütet“
wurde und der letzte Palzinger Dorfhirte Johann Zintl 1928 auszog, ergab sich
die Verwendung als Feuerwehrhaus. Die Gemeinde ließ 1932 das Feuerhaustor
neu streichen und durch Paul Schmidhuber, Attenkirchen für 21,95 RM elektrisches
Licht installieren.